- Zweitzeugenbesuch
„Ich habe nie so genau hingesehen“ –
Zweitzeugenbesuch zum Gedenktag am 27. Januar
Anlässlich des 27. Januars, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus und dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, setzte eine besondere Veranstaltungsreihe ein Zeichen für Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage.
Den Auftakt bildete am 27. Januar eine Veranstaltung in Haffkrug mit dem Titel „Ich habe nie so genau hingesehen“. In einer szenischen Lesung trugen Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums am Mühlenberg, des Ostseegymnasiums Timmendorfer Strand sowie der Cesar-Klein-Schule Ratekau bewegende Auszüge aus Augenzeugenberichten des Konzentrationslagers Auschwitz vor. Die Texte machten das unvorstellbare Leid der Opfer auf eindringliche Weise erfahrbar. Im Anschluss stellten sich die Jugendlichen den Fragen aus dem Publikum und kamen mit den Zuhörenden ins Gespräch. Alle beteiligten Schülerinnen und Schüler hatten in den vergangenen Jahren an einer Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz teilgenommen und konnten so ihre persönlichen Eindrücke und Erfahrungen in die Lesung einbringen.
Ehrengast und Rednerin des Abends war Dr. Dorit Stenke, Ministerin für Allgemeine und Berufliche Bildung, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein. Sichtlich bewegt würdigte sie das Engagement der Jugendlichen und betonte die Bedeutung der aktiven Erinnerungskultur.
Wenige Tage später wurde die Auseinandersetzung mit der Geschichte am bei uns am GaM fortgesetzt. Die Zweitzeugin Yael Atzmon berichtete vor der gesamten Oberstufe von der Lebensgeschichte ihrer Großmutter Sara Atzmon, einer Überlebenden des nationalsozialistischen Völkermordes. Mit ihrem sehr persönlichen Bericht, gelang es Yael Atzmon zu vermitteln, wie wichtig es ist, die Erfahrungen der Überlebenden auch in nachfolgenden Generationen lebendig zu halten.
Eine zentrale Frage aus dem Publikum lautete, was man über das bloße Gedenken hinaus tun könne, um Antisemitismus entgegenzuwirken. Yael Atzmons klare Antwort darauf war: „Sich erinnern.“ Als Denkanstoß ermutigte sie die Jugendlichen, sich mit der eigenen Familienbiografie auseinanderzusetzen und das Gespräch mit Eltern und Großeltern zu suchen.
Ein besonderer Dank gilt dem Förderverein des Gymnasiums am Mühlenberg, der durch seine finanzielle Unterstützung die Durchführung der Veranstaltung möglich gemacht hat.
